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Entstehung

Einschränkungen durch HTML
Mit der globalen Verfügbarkeit von Browsern setzten sich Anwendungsoberflächen auf HTML-Basis rasch durch. Die damit verbundenen Einschränkungen wurden anfangs nicht bedacht: Im Vordergrund stand die zentrale Architektur und nicht die Gebrauchstauglichkeit der Anwendungen.

Immer leistungsfähigere Applikationsserver ermöglichten die zentrale Abbildung komplexer Geschäftslogiken. Während in diesem Bereich in den letzten Jahren eine rasche technologische Entwicklung erfolgte, wurde die Präsentationsschicht vernachlässigt. Man versuchte über Technologien wie Javascript oder DHTML bessere Frontends anzubieten. Die Ergebnisse waren jedoch bescheiden.

Rich Internet Applications
Mit der Entstehung von Rich-Internet-Anwendungen bietet sich Entwicklern nun die Möglichkeit, Anwendungen mit hohem Benutzerkomfort zu erstellen. Die Produktivität der Benutzer steigt, und geringere Abbruchraten sowie eine höhere Anzahl an erfolgten Transaktionen sind die Folge. Rich-Internet-Anwendungen ermöglichen den reibungslosen Datenaustausch und die clientseitige Verarbeitung von Daten. Daten werden asynchron gesendet und empfangen. Im Gegensatz zu klassischen HTML basierten Webanwendungen laufen Rich-Internet-Anwendungen am Client ab und bieten dem Benutzer somit bessere Interaktionsmöglichkeiten. Der Server dient nur mehr als Datenlieferant.

Dem User stehen Interaktionsmöglichkeiten wie Drag & Drop, Sortierung und andere aus der Windows-Umgebung bekannte interaktive Tools zur Verfügung. Die zur Verfügung gestellten Tools kommunizieren auf intelligente Weise mit dem Datenmodell im Hintergrund.

Das „lineare“ Design von HTML basierten Applikationsfrontends hat einen dauernden Wechsel zwischen Serverabfrage und Seitenaktualisierungen am Client zur Folge. Serverkommunikation findet nur mehr punktuell statt: Zum Datenaustausch und zum Bereitstellen von Serverkomponenten.

Die Entwicklung von Benutzeroberflächen im Zeitablauf zeigt, dass Rich Internet die Vorteile aller vorangegangenen Technologien weiter bietet, die Nachteile jedoch kompensiert.


Entstehung Timeline

Hostbasierte Anwendungen: Erste interaktive Anwendungen basierten auf Hosts. Einfache textbasierte Benutzeroberflächen ermöglichten eine zentrale Datenhaltung und die rasche Bearbeitung von Daten. Die Reichweite von Hostsystemen war auf Firmennetzwerke beschränkt.

Client-/Server-Anwendungen: Mit dem Siegeszug von Microsoft setzte sich in Unternehmen die Client/Server Architektur durch. Erstmals wurden dem Benutzer grafische Oberflächen zur Verfügung gestellt. Der Zugriff auf die Anwendungen war jedoch nur unternehmensintern möglich.

Webanwendungen: In Kombiation mi dem hostbasierten Ansatz lösten Webanwendungen grundlegende Probleme des Client-/Server-Modells. Mit der Integration von Browsern als feste Bestandteile von Betriebssystemen standen in kürzester Zeit „dumme“ Clients zur Verfügung. Für den Benutzerkomfort unerlässliche Elemente der Benutzerinteraktion wie direkte Bearbeitung, clientseitige Verarbeitung und lokale Speicherung waren nicht mehr möglich. Die gesamte Logik liegt zentral auf einem Web/Applikationsserver.

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